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Pool rückspülen – alles, was du wissen musst!
von/ durch Dipl.-Ing. Michael Bumberger am Feb 18 2026
Das Rückspülen beim Pool ist ein essenzieller Bestandteil der laufenden Wasserpflege. Egal ob du eine klassische Sandfilteranlage nutzt oder einen Pool mit Filterglas betreibst, regelmäßiges Rückspülen sorgt dafür, dass deine Filtertechnik effizient arbeitet. In diesem Artikel erfährst du, wie oft du deinen Pool rückspülen solltest, wie lange der Vorgang dauert und wie du beim 6-Wege-Ventil richtig vorgehst.
Warum ist Rückspülen bei Pools so wichtig?
Wird der Filter nicht regelmäßig rückgespült, sammelt sich immer mehr Schmutz im Filtermedium. Dadurch können folgende Phänomene auftreten:
schlechtere Filterleistung
steigender Filterdruck
trübes Poolwasser
höhere Geruchsbildung
Biofilme im Filter
Kanalbildung im Filter (Sand verklebt)
Chlorgeruch = Bildung von Chloraminen im Filter = Augenrötungen [1] [3]
Was ist Rückspülen und was passiert beim Rückspülen im Pool?
Im Filterkessel durchströmt das Poolwasser im normalen Betrieb das Filtermedium von oben nach unten.
Dabei bleiben Schmutzpartikel im Filtermaterial hängen. Mit der Zeit setzt sich der Filter zu, der Druck steigt und die Filterleistung nimmt ab. [4]
Wie funktioniert nun das Rückspülen im Pool? Beim Rückspülen wird die Fließrichtung vom Beckenwasser bewusst umgekehrt.
Das Wasser strömt nicht mehr von oben nach unten, sondern von unten nach oben. Das einströmende Wasser hebt das gesamte Filterbett an. Dabei laufen drei entscheidende Prozesse ab:
Expansion des Filterbetts: Die Körner (Sand oder Glas) verlieren den Kontakt zueinander und beginnen im Wasserstrom zu schweben. Für eine erfolgreiche Reinigung muss sich das Filterbett um 20-30 % seines Volumens ausdehnen. [5]
Abreibung durch Kollision: Sobald die Körner in Schwebe sind, kollidieren sie heftig miteinander. Dadurch wird der Biofilm zerstört und der im Filterbett gebundene Schmutz gelöst. [6]
Nachspülen: Das Schmutzwasser wird zum Kanal ausgespült. Nach dem Abschalten der Pumpe setzen sich die Körner wieder ab.
Wie oft solltest du deinen Pool rückspülen?
Für die meisten privaten Pools hat sich ein Rhythmus von ein bis zweimal pro Woche bewährt.
Damit orientierst du dich an den strengen Vorgaben der österreichischen Bäderhygieneverordnung (BHygV), die für öffentliche Bäder oft sogar ein mindestens zweimaliges Rückspülen pro Woche vorsieht. [7]
Dieses Intervall sorgt dafür, dass der Filter leistungsfähig bleibt und sich Schmutz gar nicht erst dauerhaft festsetzen kann. Zudem wird die Entstehung von Biofilmen schon im Vorfeld verhindert.
Wie lange sollte eine Rückspülung dauern?
Generell solltest du 2-4 Minuten rückspülen, je nach Filteranlage oder Vorgaben des Herstellers.
In diesem Zeitraum wird das Filtermedium ausreichend aufgelockert und der angesammelte Schmutz zuverlässig ausgespült. Anschließend solltest du noch 10-15 Sekunden nachspülen, damit sich das Filtermaterial wieder gleichmäßig setzt und kein Schmutz zurück in deinen Pool gelangt.
Wohin mit dem Rückspülwasser von Pools?
Beim Rückspülen fällt eine nicht unerhebliche Menge an Wasser an, das chemisch belastet ist. Nach behördlichen Empfehlungen muss dieses Rückspülwasser grundsätzlich wie Abwasser behandelt werden und sollte in ein Schmutz- oder Mischwasserkanalsystem eingeleitet werden, damit es über eine Kläranlage ordnungsgemäß gereinigt wird.
Genaue Angaben dazu liefert zum Beispiel das Amt der OÖ Landesregierung.
Maßgeblich ist, dass solche Regelungen je nach Bundesland und Gemeinde unterschiedlich ausfallen können. Während in manchen Regionen eine Ableitung in den Kanal verpflichtend ist, gelten andernorts zusätzliche Auflagen oder Sonderregelungen.
Deshalb solltest du dich immer bei den zuständigen Behörden deines Bundeslandes oder deiner Gemeinde erkundigen, welche Vorschriften für die Entsorgung von Pool-Rückspülwasser gelten.
Pool Rückspülen Anleitung beim 6-Wege Ventil
Pumpe ausschalten
Ventil auf Rückspülen
Pumpe einschalten
2-4 min rückspülen
Pumpe ausschalten
Ventil auf Nachspülen
Pumpe einschalten
10 -15 sec nachspülen
Pumpe ausschalten
Ventil auf Filtern (Normalbetrieb)
Pumpe einschalten
Wann solltest du bei deinem Pool rückspülen?
Wie oben schon beschrieben, solltest du ein- bis zweimal pro Woche rückspülen. Eine Rückspülung nach dem Saugen des Pools ist sehr wichtig. Beim Poolsaugen gelangt besonders viel Schmutz in die Filteranlage. Wenn du danach nicht rückspülst, bleibt dieser Schmutz in der Filteranlage und verschlechtert die Reinigungsleistung. Mit einer direkten Rückspülung nach dem Saugen stellst du sicher, dass der Filter wieder sauber arbeitet.
Quellenangaben:
[1] Quelle: Dryden Aqua / Dr. Howard Dryden: Technical White Paper – Sand vs. AFM, Sektion: "The instability of sand / Channeling and wormhole formation"
[2] Quelle: Applied and Environmental Microbiology / LeChevallier, Cawthon & Lee: Inactivation of Biofilm Bacteria (Vol. 54), Sektion: "Resistance Mechanisms / Survival of Bacteria in Biofilms"
[3] Quelle: World Health Organization (WHO): Guidelines for safe recreational water environments – Volume 2, Sektion: "4.4.2 Chemical hazards: Chloramines"
[4] Quelle: Bundesverband Schwimmbad & Wellness e.V. (bsw) / Technisches Richtlinien-Verzeichnis: Schwimmbadbau und -technik, Sektion: "Filtertechnik / Rückspülen"
[5] Quelle: Suez Water Technologies (Degrémont) / Water Handbook: Fundamental processes, Sektion: "Washing of granular filters / Bed expansion mechanisms"
[6] Quelle: Dryden Aqua / Dr. Howard Dryden: Technical White Paper – Filtration Physics, Sektion: "Backwash velocity and shear forces in the filter bed"
[7] Quelle: Vgl. Bundesrecht Österreich: Bäderhygieneverordnung (BHygV 2012) i.V.m. ÖNORM M 6216, Sektion: "Betriebsführung" (Technische Richtlinie für öffentliche Bäder: Mindestens zweimal wöchentlich).
[8] Quelle: Vgl. Grombach/Roeske: Handbuch der Badewasseraufbereitung, 4. Aufl., Sektion: "Filterspülung" (Berechnung des notwendigen Volumenaustauschs zur Partikelentfernung).

