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Cyanursäure Pool erklärt: Idealwert, Risiken und Tipps
von/ durch Dipl.-Ing. Michael Bumberger am Mär 31 2026
Klares Wasser im Pool hängt oft nicht nur vom idealen Chlor und pH-Wert ab. Ein viel zu unterschätzter Faktor ist die Cyanursäure im Pool. Cyanursäure beeinflusst maßgeblich wie effektiv die Desinfektion funktioniert. Viele Poolbesitzer kennen den Begriff gar nicht und erkennen bei manchen Problemen nicht, dass ein zu hoher Cyanursäurewert die Ursache für das Wasserproblem ist. In diesem Beitrag erfährst du alles Wichtige rund um den optimalen Einsatz, den Idealwert und wie du Cyanursäure im Pool senken kannst.
Was ist Cyanursäure im Pool?
Cyanursäure ist eine chemische Verbindung, die im Pool vor allem das freiwerdende Chlor im Pool stabilisiert. Sie sorgt dafür, dass das Chlor im Wasser nicht durch UV-Strahlung der Sonne zu schnell abgebaut wird. Besonders bei Außenpools ist Cyanursäure daher ein wichtiger Bestandteil der Wasserpflege.
Wie kommt die Cyanursäure eigentlich in deinen Pool?
Bei der Herstellung von organischen Chlortabletten wird Chlorgas mit der Cyanursäure chemisch verbunden. Dadurch entsteht ein weißes Pulver. Sogenanntes Trichlor - der Grundrohstoff für alle Chlortabletten. Löst sich die Tablette in deinem Pool auf, wird die Cyanursäure wieder freigesetzt.
Cyanursäure Pool Idealwert: Wie hoch sollte er sein?
Der richtige Cyanursäure-Wert im Pool ist entscheidend für eine optimale Wasserpflege. Der ideale Cyanursäure Wert im Pool liegt in der Regel zwischen:
Wert (mg/l oder ppm)
Bewertung
Maßnahme
0 - 10 mg/l
Zu niedrig
Chlor baut sich bei Sonne zu schnell ab.
30 - 50 mg/l
Idealwert
Optimale Balance zwischen Schutz und Desinfektion.
70 - 100 mg/l
Kritisch
Chlorwirkung wird stark verzögert.
Über 100 mg/l
Überstabilisiert
Das Wasser ist praktisch nicht mehr desinfiziert.
Innerhalb dieses Bereichs kann das Chlor effizient arbeiten und gleichzeitig vor UV-Strahlung geschützt werden.
Warum kann zu viel Cyanursäure im Pool problematisch sein?
Hier lauert die größte Falle für Poolbesitzer. Das Problem bei Cyanursäure ist, dass sie sich im Wasser nicht abbaut. Jedes Mal, wenn du organische Chlortabs nachlegst, steigt die Konzentration der Säure an. Du kannst den Wert also nur durch regelmäßiges Rückspülen oder durch gezielte Wasserwechsel senken.
Ist zu viel Cyanursäure im Wasser, bindet diese das freie Chlor wieder und somit steht weniger Chlor zur Desinfektion zur Verfügung.
Tipps zur Vermeidung hoher Cyanursäure-Werte
Tipp 1: Du brauchst nicht wöchentlich eine Schockchlorung durchführen oder gar immer zwei Chlortabletten in den Skimmer legen. Wenn sich die Chlortablette vollständig aufgelöst hat, ist oft noch für 1-3 Tage ausreichend Chlor im Pool vorhanden. Miss einfach den Chlorgehalt und gib erst wieder eine Tablette hinzu wenn dieser unter 0,5 mg/L gesunken ist. Bei Chlortabletten empfehlen wie digitale Messgeräte wie zum Beispiel den Scuba 3S. Mit diesem Gerät kannst du sogar den Cyanursäuregehalt messen.
Tipp 2: Regelmäßig rückspülen (1-2 mal pro Woche). Durch den regelmäßiges Rückspülen wird die Cyanursäurekonzentration automatisch gesenkt. Gerade bei der Verwendung von Chlortabletten sollte man etwas länger rückspülen.
Tipp 3: Führe in regelmäßigen Abständen einen kontrollierten Teilwasserwechsel durch, wenn du öfter Probleme mit wiederkehrenden Algen im Pool hast.
Cyanursäure-Anstieg in einem 40 m³ Pool bei kontrollierter Zugabe
Nehmen wir einen 40 m³ Pool und eine 250-g-Chlortablette mit 94 % TCCA. Eine solche Tablette erhöht den Cyanursäurewert im Pool um etwa 3–3,5 ppm.
Wenn du die Dosierung kontrolliert vornimmst und eine Tablette etwa alle 10 Tage einsetzt, kommst du von Mai bis August auf rund 12 Anwendungen. Das entspricht insgesamt etwa 36–42 ppm Cyanursäure.
Zusätzlich wird durch regelmäßiges Rückspülen (z. B. 2× pro Woche) kontinuierlich Wasser ausgetauscht, wodurch sich der Wert weiter leicht reduziert.
In der Praxis bedeutet das:Bei einer angepassten Dosierung und regelmäßigem Rückspülen bleibt der Cyanursäurewert in einem 40 m³ Pool meist im Bereich von etwa 30–40 ppm. Das entspricht noch dem Idealbereich von 30-50 ppm.
Das zeigt: Mit einer bewussten Chlorzugabe statt Überdosierung lässt sich Cyanursäure gut kontrollieren, ohne dass es zu Problemen mit der Desinfektionswirkung kommt.
Kann man Cyanursäure im Pool messen?
Da herkömmliche Teststreifen oft ungenau sind (Abstufung nur in 50 ppm Schritten), empfiehlt sich für die Messung der Cyanursäure ein digitaler Pooltester (Scuba 3S).
Da der Wert nur langsam steigt, reicht eine Messung alle 2 bis 4 Wochen aus – es sei denn, du hast massive Wasserprobleme.
Fazit: Cyanursäure im Pool richtig kontrollieren
Cyanursäure ist ein wichtiger Bestandteil der Poolpflege, solange sie im richtigen Bereich bleibt. Der optimale Wert sorgt dafür, dass Chlor effizient arbeiten kann und dein Pool hygienisch sauber bleibt.
Wird der Cyanursäurewert im Pool jedoch zu hoch, kann das schnell zu Problemen führen. Achte daher auf eine kontrollierte Chlorzugabe und regelmäßiges Rückspülen.
Wer die Balance hält, profitiert von klarem, sauberem Wasser – den ganzen Sommer lang.
Quellenangaben: [1] Quelle: John A. Wojtowicz:,Trouble Free Pool (TFP) / Richard Falk: Pool School – Recommended Levels, Sektion: "Saltwater Generator (SWG) Pools"
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Pool Alkalinität - ein wesentlicher Faktor für eine stabile Wasserqualität
von/ durch Dipl.-Ing. Michael Bumberger am Mär 19 2026
Die Alkalinität im Pool ist neben dem pH-Wert einer der wichtigsten Basiswerte für dein Poolwasser. Viele messen nur den pH-Wert. Das ist ein Fehler. Ohne richtige Alkalinität schwankt der pH-Wert ständig, Chlor wirkt schlechter und das Wasser kann trüb werden.
In diesem Artikel erfährst du alles, was du über die Alkalinität wissen musst. Welche Alkalinitätswerte je nach Desinfektionsmethode die Idealwerte darstellen. Du lernst, wie du die Alkalinität im Pool senken oder die Alkalinität im Pool anheben kannst.
Was bedeutet die Alkalinität im Pool ?
Einfach ausgedrückt, sagt dir die Alkalinität im Pool, wie gut das Wasser Säuren abfangen bzw. neutralisieren kann. Man nennt das auch Pufferkraft des Wassers. Der dazugehörige Wert heißt TA-Wert. TA steht für Total Alkalinity – auf Deutsch bedeutet das „gesamte Alkalinität“.
Die Alkalinität schützt den pH-Wert im Pool, sorgt also dafür, dass der pH-Wert nicht zu stark schwankt. Ist sie zu niedrig, fällt der pH-Wert schnell. Ist sie zu hoch, lässt sich der pH-Wert kaum reduzieren. Beides ist nicht optimal für die Wasserqualität.
Durch die ständige Zugabe von Säuren, wie zum Beispiel pH-Senkern, Chlortabletten oder aber auch saurem Regen, verliert das Wasser die Fähigkeit Säuren zu neutralisieren. Das resultiert dann in instabilen pH-Werten.
Warum ist die Alkalinität so wichtig?
Die Alkalinität im Pool beeinflusst direkt den pH-Wert und damit die Wirkung von Chlor und anderen Pflegemitteln. Ein stabiler pH-Wert sorgt dafür, dass Chlor effektiv arbeitet und dein Wasser klar bleibt. Wie der pH-Wert mit dem Chlorgehalt zusammenhängt, erfährst du in folgendem Blogartikel: Chlor und pH-Wert im Pool.
Eine korrekt eingestellte Alkalinität schützt deinen pH-Wert im Pool.Die Alkalinität wirkt jedoch nicht nur puffermäßig, sondern bestimmt auch den natürlichen Endpunkt des pH-Wertes bei CO2-Ausgasung.
Sie bestimmt also wie hoch dein pH-Wert maximal steigen kann. Dabei spielt das im Wasser gelöste CO2 eine zentrale Rolle. Das CO2 bildet im Poolwasser eine schwache Säure.
Sobald sich dein Poolwasser erwärmt oder umgewälzt wird, entweicht dieses CO2 in die Luft. Mit dem CO2 verschwindet die schwache Säure aus dem Wasser und der pH-Wert steigt automatisch an. Dieser Prozess ist völlig normal und passiert in jedem Pool.
Hier kommt dann wieder die Alkalinität ins Spiel. Die Alkalinität beschreibt im Wesentlichen, wie viele Carbonate und Bicarbonate im Wasser vorhanden sind. Das sind Stoffe, die Säuren abpuffern (auffangen) können.
Man kann sich das wie bei einem Schwamm vorstellen. Sie können überschüssige Säure aufsaugen, wenn zu viel davon vorhanden ist, und sie können Säure wieder „freigeben“, wenn das Wasser zu basisch wird.
Dadurch bestimmt der TA-Wert wieviel Säure gebunden werden kann und wie hoch der pH-Wert maximal steigen kann.
Alkalinität je nach Desinfektionsmethode korrekt einstellen
Generell gilt die Annahme, dass eine Alkalinität zwischen 80-120 mg/L als Idealwert betrachtet wird. Wirft man jedoch einen genaueren Blick auf die Art der Desinfektionsmethode, kann man die Werte jedoch noch genauer auf das jeweilige Desinfektionssystem optimieren.
Das heißt also, die Art des primären Desinfektionsmittels bestimmt den gewünschten Gesamtalkalinitätswert. Salzwasserpools sollten zum Beispiel eine niedrige Gesamtalkalinität haben als Pools mit Chlortabletten. Anhand der durchschnittlichen Calciumhärte in Österreich lassen sich folgende Empfehlungen berechnen:
Salz-Elektrolyse
pH-Verhalten: steigt ständig (Bei der Elektrolyse wird NaOH erzeugt. Das führt zu einem kontinuierlichen Anstieg des pH-Werts)
Alkalinität: 80-90 mg/L
Strategie: Begrenzung des pH-Anstieges
Flüssigchlor
pH-Verhalten: steigt leicht
Alkalinität: 80-100 mg/L
Strategie: verhindert unnötigen pH-Minus Verbrauch
Chlortabletten
pH-Verhalten: sinkt
Alkalinität: 100-120 mg/L
Strategie: Puffer gegen die Säure der Tabletten
Wie misst man die Alkalinität?
Die Alkalinität kann ganz einfach mit Poolteststreifen gemessen werden. Unser Pooltest 3 in 1 bietet die Möglichkeit, die Alkalinität zu bestimmen. Generell sollte zuerst die Alkalinität eingestellt werden, denn sie bestimmt, ob dein pH-Wert im Pool längerfristig stabil gehalten werden kann.
Verlasse dich bitte nicht auf Chlortabletten mit pH-stabilisierender Wirkung. Die Alkalinität hat chemisch gesehen einen viel größeren Einfluss auf den pH-Wert, als Chlortabletten mit einer derartigen Funktion.
Weitere Infos zu Chlortabletten mit pH-stabilisierender Wirkung findest du in unserem Blogbeitrag Multitabs für Pools – wie viel „Multi“ ist noch gesund?
Anzeichen, wenn die Alkalinität im Pool zu hoch ist
Wenn die Alkalinität im Pool zu hoch ist, lässt sich der pH-Wert nur schwer senken. Aufgrund von Kalkausfällungen kann das Wasser schon milchig wirken. Prinzipiell ist eine zu hohe Alkalinität vorerst nicht gefährlich. Zudem nimmt sie im Laufe des Badebetriebes automatisch ab.
Wie kann man die Alkalinität im Pool senken?
Wenn die Alkalinität zu hoch ist, reduziert sie sich durch drei Phänomene von selbst.
Durch den Badegast selbst. Jeder Badegast bringt organische Belastungen in Form von Harnstoff (Schweiß, Hautschuppen usw.) ins Wasser. Wenn Chlor diese Verbindungen oxidiert, entsteht als Nebenprodukt Säure. Diese Säure reduziert die Alkalinität. Fazit: Jeder Badegast "verbraucht" durch seinen Schmutzeintrag und die darauffolgende Chlor-Reaktion ein Stück deiner Alkalinität. [2]Säure + Alkalinität --> Wasser + CO2
Die Verwendung von sauren Desinfektionsmitteln: Falls du Chlortabletten verwendest, senkst du mit jeder Dosierung die Alkalinität. Wenn sich die Tablette auflöst, entsteht in der direkten Umgebung der Tablette ein pH-Wert von ca.3. Der pH-Wert wird also kontinuierlich gesenkt. Um den pH-Wert im Wasser stabil zu halten, muss die Alkalinität die Säure abpuffern (auffangen). Dabei sinkt diese automatisch. Das ist auch der Grund, warum bei sehr geringer Alkalinität und beim Verwenden von Chlortabletten ein höherer Alkalinitätswert optimal ist. [3]
Der indirekte Weg: Duch die Zugabe von pH-Senkern, durch die Zugabe von pH-Minus Granulat oder pH-Minus flüssig mit automatischen Dosieranlagen wird dem Wasser Säure hinzugefügt. Diese Säure reduziert wiederum die Alkalinität. Gerade bei Salzwasserpools mit einer automatischen Dosieranlage wird häufiger pH-Minus zudosiert, da der pH-Wert aufgrund der Elektrolyse ständig nach oben getrieben wird. [3]Es gilt also wieder Säure + Alkalinität --> Wasser + CO2
Anzeichen wenn die Alkalinität im Pool zu niedrig ist?
Grundsätzlich gibt es drei beobachtbare Phänomäne, wenn die Alkalinität zu niedrig ist.
Das erste und sicherste Anzeichen ist ein instabiler pH-Wert. Wenn du nur eine kleine Menge Säure oder Base (pH-Minus/Plus) zugibst, schießt der pH-Wert unverhältnismäßig stark nach unten oder oben. Er "springt".[4] Was du dagegen tun kannst, erfährst du in unserem Ratgeber: Was tun bei instabilem pH-Wert im Pool.
Aggressives Wasser: Gerade bei Betonpools oder gefliesten Pools greift das Wasser die zementhaltigen Oberflächen an. Wasser hat das natürliche Bestreben, gesättigt zu sein. Wenn ihm Carbonat-Ionen fehlen (niedrige TA), wird das Wasser "aggressiv" und holt sich das fehlende Calciumcarbonat aus der Umgebung – also aus den Fugen oder der Poolwand. Man nennt dies "Etching" [5]
Korrosion von Metallen und Verfärbungen: Du bemerkst Rost an Leitern, Lochfraß im Wärmetauscher (Heizung) oder grünliche Verfärbungen an Kunststoffteilen/Wänden. Ohne den Puffer der Alkalinität sinkt der pH-Wert oft in den sauren Bereich (< 7,0). Saures Wasser reagiert mit Metallen (Oxidation). [6]
Wie kann man die Alkalinität im Pool anheben?
Die Alkalinität kannst du ganz einfach mit unserem Produkt pH-Balance anheben. Miss dazu vorher die Alkalinität mit unseren Teststreifen und füge dann die korrekte Menge an pH-Balance Granulat hinzu.
Zusammenhang von Alkalinität und Wasserhärte
Wasserhärte und Alkalinität sind untrennbar miteinander verbunden, da sie meist den gleichen geologischen Ursprung haben. Wenn Regenwasser durch kalkhaltige Böden sickert, löst es den Kalkstein auf und reichert das Wasser gleichzeitig mit Calcium (Härte) und Karbonaten (Alkalinität) an.
Deshalb gilt für naturbelassenes Wasser (Brunnen- oder Leitungswasser ohne Enthärtungsanlage) fast immer die Regel: Je härter das Wasser, desto höher ist auch die Alkalinität. [7]
Fazit – stabile Wasserpflege durch die richtige Alkalinität
Die korrekte Einstellung der Alkalinität ist entscheidend, um ständige pH-Schwankungen zu vermeiden. Anstatt nur an Standardwerten festzuhalten, zeigt die Literatur der modernen Wasserpflege: Der ideale Wert hängt auch mit dem verwendeten Desinfektionssystem zusammen.
Während Salzpools von einer niedrigeren Alkalinität profitieren, um den natürlichen pH-Anstieg zu bremsen, benötigen Pools mit Chlortabletten einen höheren Puffer, um die Säurelast auszugleichen.
Wer seine Alkalinität also nicht nur misst, sondern auch auf die Technik abstimmt schafft ein Fundament für stabiles Wasser und reduziert den Chemieverbrauch erheblich.
Quellenangaben:
[1] Quelle: Trouble Free Pool (TFP) / Richard Falk: Pool School – Recommended Levels, Sektion: "Saltwater Generator (SWG) Pools"
[2] Quelle: Black & Veatch (Hrsg.): White’s Handbook of Chlorination and Alternative Disinfectants, 5. Auflage (2010), Wiley Verlag. Siehe Kapitel "Chemistry of Chlorination".
[3] Quelle: John A. Wojtowicz: The Effect of Chlorinating Chemicals on pH and Alkalinity, in: Journal of the Swimming Pool and Spa Industry (JSPSI), Band 4, Ausgabe 1 (2001), S. 9–16.
[4] Quelle: National Swimming Pool Foundation (NSPF/PHTA): Pool & Spa Operator Handbook, Ausgabe 2017 (oder neuer), Kapitel "Water Balance", Abschnitt: "Total Alkalinity - Low TA Problems".
[5] Quelle: John A. Wojtowicz: Water Balance for Swimming Pools, in: Journal of the Swimming Pool and Spa Industry (JSPSI), Band 1, Ausgabe 1 (1995), S. 7–18.
[6] Quelle: National Swimming Pool Foundation (NSPF/PHTA): Pool & Spa Operator Handbook, Kapitel "Water Balance Problems", Tabelle: "Effects of Low Total Alkalinity".
[7] Quelle: Karl Höll (fortgeführt von Andreas Grohmann et al.): Wasser: Nutzung im Kreislauf, Hygiene, Analyse und Bewertung. 9. Auflage. Berlin/New York: De Gruyter (2010). Siehe Kapitel "Chemische Untersuchung des Wassers", Abschnitt: Säurekapazität (Alkalinität) und Härte.
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Pool rückspülen – alles, was du wissen musst!
von/ durch Dipl.-Ing. Michael Bumberger am Feb 18 2026
Das Rückspülen beim Pool ist ein essenzieller Bestandteil der laufenden Wasserpflege. Egal ob du eine klassische Sandfilteranlage nutzt oder einen Pool mit Filterglas betreibst, regelmäßiges Rückspülen sorgt dafür, dass deine Filtertechnik effizient arbeitet. In diesem Artikel erfährst du, wie das Rückspülen genau funktioniert, wie oft du deinen Pool rückspülen solltest, wie lange der Vorgang dauert und worauf du dabei achten musst. Wenn du verstehen willst, wie du Wasserprobleme vermeidest und deine Pooltechnik langfristig schützt, lohnt es sich, weiterzulesen.
Warum ist Rückspülen bei Pools so wichtig?
Das Rückspülen ist aus wissenschaftlicher Sicht der kritischste Wartungsvorgang für einen Schwimmbadfilter. Es dient nicht nur der Entfernung von Schmutz, sondern verhindert, dass der Filter zu einer Brutstätte von Krankheitserregern wird. Regelmäßiges Rückspülen verhindert folgende Phänomene:
Kanalbildung
Problem: Bleibt der Schmutz im Filter, verklebt das Medium. Das Wasser sucht sich den Weg des geringsten Widerstandes und bildet Kanäle im Filterbett.
Die Folge: Das Wasser schießt ungefiltert durch die Tunnel und gelangt ungefiltert wieder zurück ins Becken. [1]
Biofilm
Problem: Der Filter ist ein dunkler, warmer Ort, in dem sich Bakterien an den Oberflächen der Filterkörner festsetzen und einen schleimigen Schutzmantel (Biofilm) bilden. In diesem Biofilm sind Bakterien vor dem Chlor geschützt. Studien zeigen, dass Bakterien 10- bis 100-mal resistenter gegen Desinfektionsmittel sind als im freien Wasser. Nur durch das Rückspülen im Pool kann der Biofilm aufgebrochen werden. [2]
Die Folge: Wird nicht regelmäßig rückgespült, verklebt der Biofilm die Sandkörner zu harten Klumpen. Diese sind hygienisch bedenklich und können nicht mehr rückgespült werden.
Chlorgeruch
Problem: Der Filter fängt stickstoffhaltige Verbindungen (Harnstoff, Hautschuppen) auf.
Die Folge: Wenn diese im Filter verbleiben und mit Chlor reagieren, entstehen Chloramine (gebundenes Chlor), die für den typischen Hallenbadgeruch und Augenreizungen verantwortlich sind. [3]
Was ist Rückspülen und was passiert beim Rückspülen im Pool?
In den meisten Pools ist eine Filteranlage verbaut, die mit Sand oder Glasfiltermaterial befüllt ist. Das Grundprinzip ist bei beiden Filtermaterialien gleich. Im Filterkessel durchströmt das Poolwasser im normalen Betrieb das Filtermedium von oben nach unten.
Dabei lagern sich die Schmutzpartikel zwischen dem Sand oder den Glaskörnern ab. Mit zunehmender Verschmutzung verdichtet sich das Filterbett und der Druck in der Anlage steigt. Die Filterleistung und der Durchfluss nehmen ebenfalls ab. Der Filter arbeitet zwar noch, aber längst nicht mehr so effektiv wie zu Beginn. [4]
Wie funktioniert nun das Rückspülen im Pool? Beim Rückspülen wird die Fließrichtung vom Beckenwasser bewusst umgekehrt. Das Wasser strömt nicht mehr von oben nach unten, sondern von unten nach oben. Das einströmende Wasser hebt das gesamte Filterbett an. Dabei laufen drei entscheidende Prozesse ab:
Expansion des Filterbetts: Die Körner (Sand oder Glas) verlieren den Kontakt zueinander und beginnen im Wasserstrom zu schweben. Für eine erfolgreiche Reinigung muss sich das Filterbett um 20-30 % seines Volumens ausdehnen. [5]
Abreibung durch Kollision: Sobald die Körner in Schwebe sind, kollidieren sie heftig miteinander. Diese mechanische Reibung und die Scherkräfte des Wassers schrubben den anhaftenden Schmutz und klebrige Biofilme von der Oberfläche der Körner ab. Ohne diese Expansion (z.B bei zu schwacher Pumpe) findet keine Reinigung statt, da das Wasser nur an den Körnern vorbeifließt, ohne den Schmutz abzulösen. [6]
Austragung: Das Schmutzwasser wird zum Kanal ausgespült. Nach dem Abschalten der Pumpe setzen sich die Körner wieder ab.
Wie oft solltest du deinen Pool rückspülen?
Für die meisten privaten Pools hat sich ein Rhythmus von ein bis zweimal pro Woche bewährt. Damit orientierst du dich an den strengen Vorgaben der österreichischen Bäderhygieneverordnung (BHygV), die für öffentliche Bäder oft sogar ein mindestens zweimaliges Rückspülen pro Woche vorsieht. [7]
Dieses Intervall sorgt dafür, dass der Filter leistungsfähig bleibt und sich Schmutz gar nicht erst dauerhaft festsetzen kann. Zudem wird die Entstehung von Biofilmen schon im Vorfeld verhindert.
Wie lange sollte eine Rückspülung dauern?
Generell solltest du 2-4 Minuten rückspülen, je nach Filteranlage oder Vorgaben des Herstellers.
Dieser Zeitrahmen basiert auf physikalischen Gesetzmäßigkeiten der Wasseraufbereitung: Um die gelösten Schmutzpartikel vollständig auszutragen, ist rechnerisch ein 3- bis 5-facher Austausch des Wasservolumens im Filterkessel notwendig.Bei üblichen Pumpenleistungen entspricht dies der genannten Dauer. [8]
In diesem Zeitraum wird das Filtermedium ausreichend aufgelockert und der angesammelte Schmutz zuverlässig ausgespült. Anschließend solltest du noch 10-15 Sekunden nachspülen, damit sich das Filtermaterial wieder gleichmäßig setzt und kein Schmutz zurück in deinen Pool gelangt.
Wohin mit dem Rückspülwasser von Pools?
Beim Rückspülen fällt eine nicht unerhebliche Menge an Wasser an, das chemisch belastet ist. Nach behördlichen Empfehlungen muss dieses Rückspülwasser grundsätzlich wie Abwasser behandelt werden und sollte in ein Schmutz- oder Mischwasserkanalsystem eingeleitet werden, damit es über eine Kläranlage ordnungsgemäß gereinigt wird.
Genaue Angaben dazu liefert zum Beispiel das Amt der OÖ Landesregierung. In den dort veröffentlichten Hinweisen wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Filterrückspülwasser aufgrund der enthaltenen Chemikalien nicht unkontrolliert versickert oder in Gewässer eingeleitet werden darf, sondern in die öffentliche Abwasserentsorgung gehört.
Maßgeblich ist, dass solche Regelungen je nach Bundesland und Gemeinde unterschiedlich ausfallen können. Während in manchen Regionen eine Ableitung in den Kanal verpflichtend ist, gelten andernorts zusätzliche Auflagen oder Sonderregelungen.
Deshalb solltest du dich immer bei den zuständigen Behörden deines Bundeslandes oder deiner Gemeinde erkundigen, welche Vorschriften für die Entsorgung von Pool-Rückspülwasser gelten. So stellst du sicher, dass du rechtlich auf der sicheren Seite bist und gleichzeitig Umwelt und Grundwasser schützt.
Pool Rückspülen Anleitung beim 6-Wege Ventil
Pumpe ausschalten
Ventil auf Rückspülen
Pumpe einschalten
2-4 min rückspülen
Pumpe ausschalten
Ventil auf Nachspülen
Pumpe einschalten
10 -15 sec nachspülen
Pumpe ausschalten
Ventil auf Filtern (Normalbetrieb)
Pumpe einschalten
Wann solltest du bei deinem Pool Rückspülen?
Wie oben schon beschrieben, solltest du ein- bis zweimal pro Woche rückspülen. Eine Rückspülung nach dem Saugen des Pools ist sehr wichtig. Beim Poolsaugen gelangt besonders viel Schmutz in die Filteranlage. Wenn du danach nicht rückspülst, bleibt dieser Schmutz in der Filteranlage und verschlechtert die Reinigungsleistung. Mit einer direkten Rückspülung nach dem Saugen stellst du sicher, dass der Filter wieder sauber arbeitet.
Quellenangaben:
[1] Quelle: Dryden Aqua / Dr. Howard Dryden: Technical White Paper – Sand vs. AFM, Sektion: "The instability of sand / Channeling and wormhole formation"
[2] Quelle: Applied and Environmental Microbiology / LeChevallier, Cawthon & Lee: Inactivation of Biofilm Bacteria (Vol. 54), Sektion: "Resistance Mechanisms / Survival of Bacteria in Biofilms"
[3] Quelle: World Health Organization (WHO): Guidelines for safe recreational water environments – Volume 2, Sektion: "4.4.2 Chemical hazards: Chloramines"
[4] Quelle: Bundesverband Schwimmbad & Wellness e.V. (bsw) / Technisches Richtlinien-Verzeichnis: Schwimmbadbau und -technik, Sektion: "Filtertechnik / Rückspülen"
[5] Quelle:
Suez Water Technologies (Degrémont) / Water Handbook: Fundamental processes, Sektion: "Washing of granular filters / Bed expansion mechanisms"
[6] Quelle: Dryden Aqua / Dr. Howard Dryden: Technical White Paper – Filtration Physics, Sektion: "Backwash velocity and shear forces in the filter bed"
[7] Quelle: Vgl. Bundesrecht Österreich: Bäderhygieneverordnung (BHygV 2012) i.V.m. ÖNORM M 6216, Sektion: "Betriebsführung" (Technische Richtlinie für öffentliche Bäder: Mindestens zweimal wöchentlich).
[8] Quelle: Vgl. Grombach/Roeske: Handbuch der Badewasseraufbereitung, 4. Aufl., Sektion: "Filterspülung" (Berechnung des notwendigen Volumenaustauschs zur Partikelentfernung).
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Multitabs für Pools – wie viel „Multi“ ist noch gesund?
von/ durch Dipl.-Ing. Michael Bumberger am Feb 03 2026
Unter dem Begriff Multitabs für Pools werden meist Multifunktionstabletten verstanden, die mehrere Aufgaben gleichzeitig übernehmen sollen. Doch genau hier lohnt sich ein genauer Blick auf Zusammensetzung und tatsächliche Wirkung.Multitabs für den Pool gelten als einfache Lösung für sauberes Wasser. Eine Tablette - viele Funktionen, wenig Aufwand. Genau deshalb suchen viele Poolbesitzer gezielt nach Multitabs für den Pool, wenn sie ihre Wasserpflege vereinfachen möchten.Doch wie sinnvoll sind Multitabs im Pool wirklich? Was leisten sie chemisch tatsächlich und wo beginnt reines Marketing? Dieser Artikel thematisiert, was Multitabs im Pool wirklich leisten, wo ihre Grenzen liegen und warum weniger Zusatzstoffe oft die bessere Poolpflege bedeuten.
Was sind Multitabs für den Pool?
Multitabs sind Chlortabletten, die sich langsam auflösen und über mehrere Tage hinweg Chlor an das Poolwasser abgeben. Sie sind für die Dauerdesinfektion gedacht und sollen den Pflegeaufwand reduzieren. Gerade in der Poolpflege schätzen viele Poolbesitzer die Vielfalt an Funktionen, um den Pflegeaufwand möglichst gering zu halten. Problematisch wird es erst dann, wenn die Tabletten mit immer mehr Zusatzfunktionen versehen werden, die chemisch kaum einen echten Mehrwert bringen.
Jede Chlortablette ist bereits ein Multitab – das wird oft verschwiegen
Was viele nicht wissen: Jede Chlortablette ist von ihrer Chemie her bereits ein Multitab. Das gilt unabhängig davon, ob sie als klassische Chlortablette, Multifunktionstablette oder Multi-Chlortab verkauft wird.
Die meisten Chlortabletten für Pools basieren auf Trichlor (TCCA )(siehe Bild unten). Bei der Herstellung wird Cyanursäure, der Chlorstabilisator, direkt mit Chlor verbunden. Dabei entsteht ein Molekül, an das drei Chloratome gebunden sind = Trichlor. Dieses Molekül ist der Hauptbestandteil aller organischen Chlortabletten.
Daraus ergeben sich automatisch drei Basisfunktionen:
Wasserdesinfektion: Beim Auflösen wird aktives Chlor freigesetzt, das Keime und Bakterien zuverlässig abtötet.
Algenverhütung: Freies Chlor verhindert gleichzeitig Algenwachstum. Das ist keine Zusatzfunktion, sondern Teil der normalen Chlorwirkung. Und eines steht wissenschaftlich fest – Chlor ist noch immer der beste Algenkiller.
Chlorstabilisierung: Durch die Bindung an Cyanursäure wird Chlor vor schnellem Abbau durch Sonnenlicht geschützt.
Diese drei Funktionen bringt jede Trichlor-Tablette automatisch mit. Wenn Multi-Tabletten als „3-in-1“ beworben werden, wird also oft nur beschrieben, was chemisch ohnehin vorhanden ist. Daher sind zum Beispiel auf unseren normalen Chlortabletten (Tabs-Long) genau auch diese Eigenschaften ausgewiesen.
Multitabs im Pool mit 5 in1, 7 in 1 oder 10 in 1 Funktionen – warum mehr nicht automatisch besser ist ?
Ab hier beginnt meist der Marketingteil. Um sich voneinander abzuheben, werden Multitabs mit immer mehr Funktionen versehen – etwa Reinigungseffekt, Klareffekt oder Kristalleffekt. Diese Begriffe klingen eindrucksvoll, sind aber sehr allgemein gehalten.
Ein „Reinigungseffekt“ entsteht in der Praxis nicht durch zusätzliche Inhaltsstoffe, sondern durch ausreichend wirksames Chlor und eine funktionierende Filtration.
Auch der sogenannte „Klareffekt“ ist keine eigenständige chemische Funktion. Klares Wasser entsteht, wenn Schmutzpartikel entweder oxidiert oder vom Filtersystem entfernt werden. Begriffe wie „Kristalleffekt“ beschreiben letztlich nur den optischen Zustand des Wassers. Also keine messbare oder steuerbare Wirkung.
Auch sogenannte 2-Phasen Multifunktionstabletten sehen wir generell problematisch. Bei diesen Tabletten ist meistens Trichlor als langsam lösliches Langzeitchlor mit Dichlor, also schnell löslichem Chlor (= Chlorgranulat), verpresst. Bei der Zugabe wird in kurzer Zeit viel Chlor freigesetzt. Somit wird der Filter einer Schockchlorung unterzogen. Oft ohne, dass dafür überhaupt ein Anlass besteht.
Für den normalen Badebetrieb ist eine solche Chlorstoßbelastung in den meisten Fällen schlicht unnötig. Es ist, als würde man mit Kanonen auf Spatzen schießen. Zusätzlich enthält Dichlor relativ viel Cyanursäure (Stabilisator) pro mg wirksamem Chlor. Also mehr Stabilisator bei gleichzeitig weniger effektivem Chlor.
Durch die Kombination beider Chlorarten wird in kurzer Zeit besonders viel Stabilisator eingebracht, obwohl genau dieser Stoff langfristig die Wirksamkeit des Chlors einschränkt. Das Ergebnis ist oft paradox: Kurzzeitig sehr hohe Chlorwerte, langfristig jedoch eine schlechtere Desinfektionsleistung und ein Poolwasser, das immer schwieriger zu kontrollieren wird.
Wie viele Funktionen sind bei Chlortabletten wirklich sinnvoll?
Wenn man es nüchtern betrachtet, braucht ein Multitab nur sehr wenig:eine zuverlässige Desinfektion, Algenverhütung (bereits Teil der Chlorwirkung) und Chlorstabilisierung gegen Sonnenlicht. Als sinnvolle Ergänzung dient Flockungsmittel. Es hilft, feinste Schmutzpartikel zu binden, damit sie vom Filter erfasst werden können. Alles darüber hinaus erhöht vor allem die chemische Komplexität, jedoch nicht die Wasserqualität.
Ein hilfreicher Vergleich sind öffentliche Schwimmbäder. Dort wird nicht mit „Zaubereffekten“ oder kreativen Zusatzfunktionen gearbeitet. Das Wasser wird nach einem sehr einfachen, bewährten Prinzip gepflegt: saubere Desinfektion mit normalem Chlor, ein korrekt eingestellter pH-Wert und eine gezielte Unterstützung der Filtration durch Flockung.
Mehr braucht es auch dort nicht, um dauerhaft klares und hygienisch sauberes Wasser zu haben. Genau dieses Prinzip funktioniert auch im privaten Pool: weniger Zusatzstoffe, dafür klare Kontrolle über die Wasserwerte.
Eine gute Multifunktionstablette erkennt man deshalb nicht an der Anzahl der Funktionen auf der Verpackung, sondern daran, wie stabil und gut kontrollierbar das Wasser bleibt.
Können Multitabs im Pool den pH-Wert stabilisieren?
Viele Multitabs werden mit Aussagen wie pH-neutral oder pH-stabilisierend beworben. Das klingt nach einer einfachen Lösung, chemisch betrachtet stimmt es jedoch nicht ganz.
Multitabs auf Trichlor-Basis sind saure Produkte. Beim Auflösen entstehen hypochlorige Säure und Cyanursäure, die den pH-Wert senken. In der unmittelbaren Umgebung einer sich auflösenden Tablette liegt der pH-Wert bei etwa 3, also im Bereich von Essig.
Es ist also so, als würdest du kontinuierlich eine saure Flüssigkeit in deinen Pool kippen. Der pH-Wert sinkt dabei nicht plötzlich, sondern schleichend. Lange wirkt alles unauffällig, bis die natürliche Pufferwirkung des Wassers erschöpft ist. Diese Pufferwirkung stammt aus der sogenannten Alkalinität des Poolwassers.
Sie sorgt normalerweise dafür, dass der pH-Wert stabil bleibt. Du kannst sie ganz einfach mit unseren Teststreifen messen. Ist die Alkalinität bei 0, kann der pH-Wert sehr schnell abstürzen und wird instabil.
Häufig wird angeführt, dass sich mit jeder Tablette Cyanursäure (Chlorstabilisator) im Wasser anreichert und dadurch eine stabilisierende Wirkung auf den pH-Wert entsteht. Diese Wirkung ist jedoch begrenzt und deutlich schwächer als die Pufferwirkung der Alkalinität.
Fazit: Chlortabletten setzen eine Substanz(Cyanursäure) frei, die den pH-Wert im Pool stabilisiert. Cyanursäure trägt als zusätzliches Puffersystem geringfügig zur pH-Stabilität bei, ersetzt jedoch nicht die klassische pH- und Alkalinitätskontrolle. [1]
Daher enthalten unsere Multitabs keine Aufschrift mit pH-regulierender Wirkung.
Kupfersulfat und Borsäure in Multitabs
Kupfersulfat und Borsäure werden in manchen Chlortabletten eingesetzt, weil sie bestimmte Effekte haben. Kupfer wirkt gegen Algen. Borsäure wird als Schmierstoff und Bindemittel beim Tablettenpressen verwendet. Technisch funktioniert das. Die entscheidende Frage ist aber, ob solche Stoffe für eine sichere und langfristig sinnvolle Poolpflege wirklich nötig sind.
Kupfersulfat ist im Poolwasser vor allem ein technisches Problem. Es kann sich anreichern und zu Verfärbungen an Becken, Einbauteilen oder Haaren führen. Trotzdem bleibt es ein Stoff, der im Wasser verharrt und keinen echten Mehrwert bietet, wenn Algen auch zuverlässig durch korrekt eingesetztes Chlor verhindert werden können. Kinder sollten nicht einer durchgehenden Kupferbelastung ausgesetzt werden.
Borsäure ist, aufgrund ihrer Eigenschaften, deutlich problematischer. Borsäure steht im Verdacht, die Fortpflanzung zu schädigen und wird deshalb vom EU-Gesetzgeber besonders streng bewertet. Sie steht auf der Liste der besonders besorgniserregenden Stoffe und ihr Einsatz in Verbraucherprodukten ist nur in sehr niedrigen Konzentrationen erlaubt.
Dass derartige Stoffe dennoch in Chlortabletten für Pools eingesetzt werden, ist schwer nachvollziehbar. Aus unserer Sicht wirkt der Einsatz solcher Zusätze aus heutiger Sicht nicht mehr zeitgemäß.
Unsere Multitabs sind mit der Aufschrift ‚ohne Borsäure‘ gekennzeichnet. Diese Kennzeichnung ist rechtlich nur zulässig, wenn das Produkt keine Borsäure enthält.
Was bei Multitabs über die Qualität entscheidet
Entscheidend ist nicht die Anzahl der Funktionen, sondern die Qualität des eingesetzten Chlorrohstoffs TCCA. Viele Chlortabletten stammen aus Fernost und weisen stark schwankende Reinheit und häufig eine ungleichmäßige Korngrößenverteilung auf.
Verunreinigungen mit Natrium oder Eisen beeinflussen die Qualität und führen zu einem schnelleren Chlorabbau. Dies macht sich dadurch bemerkbar, dass die Tabletten einen intensiveren Chlorgeruch haben und deutlich schlechter wirken. Bei unseren Multitabs setzen wir bewusst auf europäische Produktion. Unser Rohstoffhersteller produziert den Rohstoff für Chlortabletten seit mittlerweile 50 Jahren.
TCCA wird dabei einem eigens entwickelten mehrstufigen Reinigungs- und Vermahlungsprozess unterzogen. Statt einmal läuft das Produkt fünfmal über die Aufbereitung, wodurch Störstoffe wie überschüssige Cyanursäure, Natrium oder Eisen deutlich reduziert werden.
Auch die Vermahlung spielt eine zentrale Rolle. Wichtig ist hier, dass jedes Partikel in der Tablette gleich groß ist. Einfach gesagt sollte vermieden werden, dass Chlortabletten sowohl einen hohen Grob- als auch einen hohen Feinanteil aufweisen. Werden große Körner mit kleinen Körnern verpresst, hat das einen Einfluss auf die Pressdichte der Chlortablette. Somit löst sie sich schneller und ungleichmäßiger auf.
Und genau diese Faktoren entscheiden über die Qualität und nicht die Anzahl der Funktionen. Zudem wird beim Pressen unserer Multitabs keine gefährliche Borsäure eingesetzt. Unser Hersteller arbeitet mit einem mineralischen Binde- und Schmiermittel beim Pressvorgang. Kupfersulfat erachten wir als komplett unnötig und es ist somit auch nicht in unserer Rezeptur enthalten.
Multifunktionstabletten: WENIGER ist MEHR
Ein gutes Multitab braucht keine zehn Funktionen. Entscheidend sind saubere Rohstoffe, eine ordentliche Vermahlung und so wenig dauerhafte Zusatzstoffe wie möglich.Wer Multitabs im Pool nutzt, die genau diesem Prinzip folgen, merkt schnell, dass dies zu stabilerem Wasser und langfristig zu weniger Problemen führt.
[1] Wojtowicz, John. (2001). Swimming Pool Water Buffer Chemistry. Journal of the Swimming Pool and Spa Industry. Vol. 3 (2), pp. 34-41.
Blogbeiträge
Chlor und pH-Wert im Pool – Wirkung, richtige Werte und Tipps
von/ durch Dipl.-Ing. Michael Bumberger am Feb 03 2026
Klares, stabiles Poolwasser ist kein Zufall. Der pH-Wert beeinflusst direkt, wie gut Chlor wirkt. Stimmt der pH-Wert nicht, kann selbst ausreichend Chlor seine Wirkung verlieren. Genau dieser Zusammenhang ist für viele Poolprobleme verantwortlich.
In diesem Artikel erfährst du, welche Chlor- und pH-Werte im Pool richtig sind und warum der pH-Wert den Chlorgehalt und seine Wirkung bestimmt. Wer diesen Zusammenhang versteht, pflegt sein Poolwasser einfacher und deutlich effektiver.
Warum sind Chlor und pH-Wert im Pool so wichtig?
Chlor sorgt im Pool für Hygiene. Es tötet Bakterien, Keime und Algen ab. Ohne Chlor wird das Wasser schnell trüb oder grün. Der pH-Wert bestimmt, wie gut Chlor und andere Pflegemittel arbeiten können.
Nur wenn Chlorwert und pH-Wert zusammenpassen, bleibt das Wasser dauerhaft sauber.
Ein falscher pH-Wert führt oft dazu, dass mehr Chlor dosiert wird als nötig. Das belastet das Wasser, die Haut und die Technik. Deshalb gehören Chlor und pH-Wert im Pool immer zusammen. Wer beide Werte im Blick hat, spart Pflegeaufwand und hält das Wasser stabil klar.
Weitere Informationen zum pH-Wert im Pool, zum Senken und Heben sowie zu den Grundlagen der pH-Wert-Einstellung findest du in unserer Kategorie „Einstellung des pH-Werts“.
Chlor und pH-Wert im Pool: die optimalen Werte
Die optimalen Werte für Chlor und pH-Wert ergeben sich eigentlich aus dem Zusammenspiel beider Werte. Nicht die gemessene Chlormenge allein ist entscheidend, sondern wie viel davon als wirksames Chlor vorliegt. Und das ist wiederum vom pH-Wert abhängig.
Ein Chlorwert von 0,5 bis 1,0 mg/L (freies Chlor) in einem pH-Bereich von 7,0 bis 7,4 gilt seit Jahren im Privatbereich als optimal. Dabei kann im normalen Badebetrieb problemlos ein Wert von etwa 0,5 mg/L freies Chlor angestrebt werden.
Bei höherer Belastung, etwa durch viele Badegäste in Kombination mit hohen Wassertemperaturen, ist es sinnvoll, den Chlorwert zeitweise bis auf etwa 0,7 – 1,0 mg/L anzuheben, um die ausreichende Desinfektionswirkung sicherzustellen. Dieser Bereich bietet ausreichend Spielraum, um kurzfristige pH-Schwankungen zuverlässig abzufangen und die Desinfektionswirkung stabil zu halten.
Grundsätzlich empfehlen wir jedoch, sich möglichst an der unteren Grenze zu orientieren, da dort ein guter Kompromiss aus Wasserhygiene, Materialschonung und Badekomfort erreicht wird. Mit digitalen Messgeräten können die Werte mittlerweile sehr genau gemessen werden.
Wirkungsgrad von Chlor in Abhängigkeit vom pH-Wert
Um das Ganze noch besser zu verdeutlichen, siehst du in der Infografik, wie Chlor und pH-Wert zusammenhängen. Wenn das Chlor ins Wasser kommt, entstehen zwei verschiedene Formen von Chlor.
Hypochlorsäure (HOCl - blau in der Grafik), welche sehr stark gegen Keime wirkt und das Hypochlorit-Ion (OCl⁻ - Grau in der Grafik), welches viel schwächer gegen Keime, Bakterien und Algen wirkt.
Laut der Grafik wäre die Wirkung von Chlor nochmal besser, wenn der pH-Wert in einem Bereich von 6,0-7,0 liegen würde. Hier treten jedoch wieder Probleme auf, welche wir oben schon erläutert haben. Der optimale pH-Wert liegt also zwischen 7,0 und 7,4 weil in diesem Bereich Chlor am effektivsten wirkt, ohne die Haut oder die Augen zu reizen.
Chlor- und pH-Wert im Pool korrekt und trotzdem grünes Poolwasser
Sind Chlor- und pH-Wert im Pool im richtigen Bereich und das Wasser ist trotzdem grün, sorgt das oft für Verwirrung. Viele Poolbesitzer vermuten zu wenig Chlor. In der Praxis liegt die Ursache jedoch häufig woanders.
Ein häufiger Grund ist ein zu hoher Cyanursäuregehalt im Poolwasser. Cyanursäure wird als Stabilisator eingesetzt, um Chlor vor schnellem Abbau durch Sonneneinstrahlung zu schützen.
Ist zu viel davon im Wasser, bindet sie einen Teil des Chlors. Das Chlor ist messbar, kann aber nicht mehr richtig wirken.
Zusätzlich verstärken hohe Temperaturen, starke Sonne und viele Badegäste das Algenwachstum. Das vorhandene Chlor reicht dann nicht aus, obwohl der Wert auf den ersten Blick korrekt erscheint.
In solchen Fällen hilft es, nicht mehr Chlor zuzugeben, sondern die Ursache gezielt zu prüfen. Ein Blick auf den Cyanursäurewert ist dabei besonders wichtig. Ausführliche Informationen dazu findest du in unserem separaten Ratgeber zur Cyanursäure im Pool.
Blogbeiträge
von/ durch DI Michael Bumberger am Mai 28 2025
Der Markt für Poolchemie im Wandel
Nachhaltigkeit, Gesundheit und ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen prägen unsere Zeit – auch in der Poolchemie. clear Poolpflege setzt hier ein klares Zeichen: fundiertes Wissen, regionale Produktentwicklung in Oberösterreich und maximale Transparenz für eine sichere Wasserpflege.
Der Markt für chemische Poolpflegeprodukte hat sich stark verändert. Immer mehr Mittel mit zahlreichen Funktionen kommen auf den Markt – doch anstelle von Klarheit herrscht oft Verwirrung.
Besonders im Internet kursieren viele Fehlinformationen zur Poolchemie, zu Wasserwerten oder gar zu riskanten Hausmitteln wie Vitamin C. Verlässliche Quellen fehlen – viele wissen nicht, mit welchen chemischen Substanzen sie arbeiten oder welche Folgen eine Überdosierung haben kann.
Gerade bei Algiziden kann ein falscher Einsatz mehr Schaden als Nutzen verursachen. Deshalb wollen wir aufklären, sensibilisieren und motivieren, Poolchemie bewusst und gezielt einzusetzen.
Wer uns folgt, erkennt schnell: Wir gehen einen Schritt tiefer – und erklären selbst komplexe chemische Wirkungsweisen verständlich auf molekularer Ebene. So verstehst du, wie Poolchemie wirklich funktioniert und warum ihr gezielter Einsatz entscheidend ist.
Unser Anspruch: Aufklärung statt Verwirrung
Wir bei clear glauben, dass Wissen der Schlüssel zur richtigen Wasserpflege ist.Denn Wasserpflege ist kein Ratespiel, sondern ein Prozess, der auf Verständnis und Verantwortung basiert.
Darum erklären wir chemische Zusammenhänge klar und zeigen, wie du deinen Pool effektiv, sicher und umweltfreundlich pflegst.
Unsere Produkte sind nicht nur leistungsstark, sondern Teil einer größeren Idee: Menschen zu befähigen, bewusst mit Wasser und Poolchemie umzugehen. Wir stehen für einen neuen Weg – weg von überladenen Produktpaletten, hin zu klaren, durchdachten Lösungen nach dem Prinzip: weniger ist mehr.
In-House Entwicklung: Innovation in der Poolchemie
Das Herzstück unserer nachhaltigen Strategie ist die eigene In-House Entwicklung.Als eingetragenes chemisches Labor forschen und entwickeln wir kontinuierlich an neuen Lösungen in der Poolchemie.
Gemeinsam mit spezialisierten Partnern, die über modernste Versuchslabore verfügen, können wir innovative Produkte wie Chlortabletten, Flockungsmittel und Algizide auf den Markt bringen.
Unser Ziel: effiziente, sichere und umweltverträgliche Poolchemie, die das Wasser rein hält – und die Umwelt schont.
clear Poolchemie – Wir sind anders
Wie viel Chemie braucht ein Pool wirklich?
Sind Multitabs mit 5–7 Zusätzen tatsächlich besser?
Soll der Einsatz von Algiziden über dem Prinzip der Flockung stehen?
Unsere Antwort: Nein
Wir bei clear verfolgen einen klaren, wissenschaftlich fundierten Ansatz – für effiziente, sichere und nachhaltige Poolchemie.
Chlortabletten: Weniger ist mehr
Der einzige sinnvolle Zusatz in Chlortabletten ist das Flockmittel. Zusätzliche Wirkstoffe wie Algizide oder pH-Stabilisatoren nehmen dem Chlor wertvollen Raum – und mindern seine Wirkung. Unsere Philosophie: maximale Effizienz durch gezielte Rezepturen, nicht durch überladene „Multi-Produkte“.
Flockung statt Algizid
Entgegen gängiger Meinung sind Flockmittel in der Vorbeugung gegen Algenbildung deutlich effektiver als viele Algizide. Sie verbessern die Filterleistung, entfernen organische Belastungen frühzeitig – und sorgen so für kristallklares Wasser ohne unnötige Chemie.
Poolreiniger ohne Altlasten
Braucht es wirklich schwer abbaubare Komplexbildner in Poolreinigern? Nicht mehr. Moderne, biologisch abbaubare Tenside bieten hervorragende Reinigungsleistung, ohne die Umwelt zu belasten.
Wir setzen auf zeitgemäße, nachhaltige Poolchemie – nicht auf veraltete Rezepturen.
Ausblick: Innovation in der Poolchemie der Zukunft
Wir ruhen uns nicht auf Erfolgen aus. Für die Saison 2026 entwickeln wir zwei neue, einzigartige Poolchemie-Produkte, die die Schwimmbadbranche revolutionieren werden.
Mit clear bleibst du technologisch und ökologisch auf dem neuesten Stand – und setzt ein klares Zeichen für Qualität und Umweltbewusstsein.
Fazit: Warum clear die richtige Wahl für Poolchemie ist
Mit In-House Entwicklung, nachhaltigen Inhaltsstoffen, regionalen Partnerschaften und ehrlicher Aufklärung steht clear für eine neue Generation von Poolpflege.
Wir verbinden Wissenschaft, Verantwortung und Transparenz – für Poolchemie, der du vertrauen kannst.
Bleib am Ball mit den innovativen Produkten von clear Poolpflege – für sauberes Wasser, bewusste Anwendung und nachhaltige Ergebnisse.
Blogbeiträge
Pool einwintern in 5 einfachen Schritten
von/ durch DI Michael Bumberger am Mär 28 2025
Die Tage werden kürzer, das Wetter kühler und unbeständiger. Das bedeutet, die Poolsaison ist bald vorbei und es wird Zeit, den Pool winterfest zu machen. Mit dieser Anleitung schaffst du das im Handumdrehen!

