Die Alkalinität im Pool ist neben dem pH-Wert einer der wichtigsten Basiswerte für dein Poolwasser. Viele messen nur den pH-Wert. Das ist ein Fehler. Ohne richtige Alkalinität schwankt der pH-Wert ständig, Chlor wirkt schlechter und das Wasser kann trüb werden.
In diesem Artikel erfährst du alles, was du über die Alkalinität wissen musst. Welche Alkalinitätswerte je nach Desinfektionsmethode die Idealwerte darstellen. Du lernst, wie du die Alkalinität im Pool senken oder die Alkalinität im Pool anheben kannst.
Was bedeutet die Alkalinität im Pool ?
Einfach ausgedrückt, sagt dir die Alkalinität im Pool, wie gut das Wasser Säuren abfangen bzw. neutralisieren kann. Man nennt das auch Pufferkraft des Wassers. Der dazugehörige Wert heißt TA-Wert. TA steht für Total Alkalinity – auf Deutsch bedeutet das „gesamte Alkalinität“.
Die Alkalinität schützt den pH-Wert im Pool, sorgt also dafür, dass der pH-Wert nicht zu stark schwankt. Ist sie zu niedrig, fällt der pH-Wert schnell. Ist sie zu hoch, lässt sich der pH-Wert kaum reduzieren. Beides ist nicht optimal für die Wasserqualität.
Durch die ständige Zugabe von Säuren, wie zum Beispiel pH-Senkern, Chlortabletten oder aber auch saurem Regen, verliert das Wasser die Fähigkeit Säuren zu neutralisieren. Das resultiert dann in instabilen pH-Werten.
Warum ist die Alkalinität so wichtig?
Die Alkalinität im Pool beeinflusst direkt den pH-Wert und damit die Wirkung von Chlor und anderen Pflegemitteln. Ein stabiler pH-Wert sorgt dafür, dass Chlor effektiv arbeitet und dein Wasser klar bleibt. Wie der pH-Wert mit dem Chlorgehalt zusammenhängt, erfährst du in folgendem Blogartikel: Chlor und pH-Wert im Pool.
Eine korrekt eingestellte Alkalinität schützt deinen pH-Wert im Pool.
Die Alkalinität wirkt jedoch nicht nur puffermäßig, sondern bestimmt auch den natürlichen Endpunkt des pH-Wertes bei CO2-Ausgasung.
Sie bestimmt also wie hoch dein pH-Wert maximal steigen kann. Dabei spielt das im Wasser gelöste CO2 eine zentrale Rolle. Das CO2 bildet im Poolwasser eine schwache Säure.
Sobald sich dein Poolwasser erwärmt oder umgewälzt wird, entweicht dieses CO2 in die Luft. Mit dem CO2 verschwindet die schwache Säure aus dem Wasser und der pH-Wert steigt automatisch an. Dieser Prozess ist völlig normal und passiert in jedem Pool.
Hier kommt dann wieder die Alkalinität ins Spiel. Die Alkalinität beschreibt im Wesentlichen, wie viele Carbonate und Bicarbonate im Wasser vorhanden sind. Das sind Stoffe, die Säuren abpuffern (auffangen) können.
Man kann sich das wie bei einem Schwamm vorstellen. Sie können überschüssige Säure aufsaugen, wenn zu viel davon vorhanden ist, und sie können Säure wieder „freigeben“, wenn das Wasser zu basisch wird.
Dadurch bestimmt der TA-Wert wieviel Säure gebunden werden kann und wie hoch der pH-Wert maximal steigen kann.
Alkalinität je nach Desinfektionsmethode korrekt einstellen
Generell gilt die Annahme, dass eine Alkalinität zwischen 80-120 mg/L als Idealwert betrachtet wird. Wirft man jedoch einen genaueren Blick auf die Art der Desinfektionsmethode, kann man die Werte jedoch noch genauer auf das jeweilige Desinfektionssystem optimieren.
Das heißt also, die Art des primären Desinfektionsmittels bestimmt den gewünschten Gesamtalkalinitätswert. Salzwasserpools sollten zum Beispiel eine niedrige Gesamtalkalinität haben als Pools mit Chlortabletten. Anhand der durchschnittlichen Calciumhärte in Österreich lassen sich folgende Empfehlungen berechnen:
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Salz-Elektrolyse
- pH-Verhalten: steigt ständig (Bei der Elektrolyse wird NaOH erzeugt. Das führt zu einem kontinuierlichen Anstieg des pH-Werts)
- Alkalinität: 80-90 mg/L
- Strategie: Begrenzung des pH-Anstieges
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Flüssigchlor
- pH-Verhalten: steigt leicht
- Alkalinität: 80-100 mg/L
- Strategie: verhindert unnötigen pH-Minus Verbrauch
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Chlortabletten
- pH-Verhalten: sinkt
- Alkalinität: 100-120 mg/L
- Strategie: Puffer gegen die Säure der Tabletten
Wie misst man die Alkalinität?
Die Alkalinität kann ganz einfach mit Poolteststreifen gemessen werden. Unser Pooltest 3 in 1 bietet die Möglichkeit, die Alkalinität zu bestimmen. Generell sollte zuerst die Alkalinität eingestellt werden, denn sie bestimmt, ob dein pH-Wert im Pool längerfristig stabil gehalten werden kann.
Verlasse dich bitte nicht auf Chlortabletten mit pH-stabilisierender Wirkung. Die Alkalinität hat chemisch gesehen einen viel größeren Einfluss auf den pH-Wert, als Chlortabletten mit einer derartigen Funktion.
Weitere Infos zu Chlortabletten mit pH-stabilisierender Wirkung findest du in unserem Blogbeitrag Multitabs für Pools – wie viel „Multi“ ist noch gesund?
Anzeichen, wenn die Alkalinität im Pool zu hoch ist
Wenn die Alkalinität im Pool zu hoch ist, lässt sich der pH-Wert nur schwer senken. Aufgrund von Kalkausfällungen kann das Wasser schon milchig wirken. Prinzipiell ist eine zu hohe Alkalinität vorerst nicht gefährlich. Zudem nimmt sie im Laufe des Badebetriebes automatisch ab.
Wie kann man die Alkalinität im Pool senken?
Wenn die Alkalinität zu hoch ist, reduziert sie sich durch drei Phänomene von selbst.
- Durch den Badegast selbst. Jeder Badegast bringt organische Belastungen in Form von Harnstoff (Schweiß, Hautschuppen usw.) ins Wasser. Wenn Chlor diese Verbindungen oxidiert, entsteht als Nebenprodukt Säure. Diese Säure reduziert die Alkalinität. Fazit: Jeder Badegast "verbraucht" durch seinen Schmutzeintrag und die darauffolgende Chlor-Reaktion ein Stück deiner Alkalinität. [2]
Säure + Alkalinität --> Wasser + CO2
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Die Verwendung von sauren Desinfektionsmitteln: Falls du Chlortabletten verwendest, senkst du mit jeder Dosierung die Alkalinität. Wenn sich die Tablette auflöst, entsteht in der direkten Umgebung der Tablette ein pH-Wert von ca.3. Der pH-Wert wird also kontinuierlich gesenkt. Um den pH-Wert im Wasser stabil zu halten, muss die Alkalinität die Säure abpuffern (auffangen). Dabei sinkt diese automatisch. Das ist auch der Grund, warum bei sehr geringer Alkalinität und beim Verwenden von Chlortabletten ein höherer Alkalinitätswert optimal ist. [3]
- Der indirekte Weg: Duch die Zugabe von pH-Senkern, durch die Zugabe von pH-Minus Granulat oder pH-Minus flüssig mit automatischen Dosieranlagen wird dem Wasser Säure hinzugefügt. Diese Säure reduziert wiederum die Alkalinität. Gerade bei Salzwasserpools mit einer automatischen Dosieranlage wird häufiger pH-Minus zudosiert, da der pH-Wert aufgrund der Elektrolyse ständig nach oben getrieben wird. [3]
Es gilt also wieder Säure + Alkalinität --> Wasser + CO2
Anzeichen wenn die Alkalinität im Pool zu niedrig ist?
Grundsätzlich gibt es drei beobachtbare Phänomäne, wenn die Alkalinität zu niedrig ist.
- Das erste und sicherste Anzeichen ist ein instabiler pH-Wert. Wenn du nur eine kleine Menge Säure oder Base (pH-Minus/Plus) zugibst, schießt der pH-Wert unverhältnismäßig stark nach unten oder oben. Er "springt".[4] Was du dagegen tun kannst, erfährst du in unserem Ratgeber: Was tun bei instabilem pH-Wert im Pool.
- Aggressives Wasser: Gerade bei Betonpools oder gefliesten Pools greift das Wasser die zementhaltigen Oberflächen an. Wasser hat das natürliche Bestreben, gesättigt zu sein. Wenn ihm Carbonat-Ionen fehlen (niedrige TA), wird das Wasser "aggressiv" und holt sich das fehlende Calciumcarbonat aus der Umgebung – also aus den Fugen oder der Poolwand. Man nennt dies "Etching" [5]
- Korrosion von Metallen und Verfärbungen: Du bemerkst Rost an Leitern, Lochfraß im Wärmetauscher (Heizung) oder grünliche Verfärbungen an Kunststoffteilen/Wänden. Ohne den Puffer der Alkalinität sinkt der pH-Wert oft in den sauren Bereich (< 7,0). Saures Wasser reagiert mit Metallen (Oxidation). [6]
Wie kann man die Alkalinität im Pool anheben?
Die Alkalinität kannst du ganz einfach mit unserem Produkt pH-Balance anheben. Miss dazu vorher die Alkalinität mit unseren Teststreifen und füge dann die korrekte Menge an pH-Balance Granulat hinzu.
Zusammenhang von Alkalinität und Wasserhärte
Wasserhärte und Alkalinität sind untrennbar miteinander verbunden, da sie meist den gleichen geologischen Ursprung haben. Wenn Regenwasser durch kalkhaltige Böden sickert, löst es den Kalkstein auf und reichert das Wasser gleichzeitig mit Calcium (Härte) und Karbonaten (Alkalinität) an.
Deshalb gilt für naturbelassenes Wasser (Brunnen- oder Leitungswasser ohne Enthärtungsanlage) fast immer die Regel: Je härter das Wasser, desto höher ist auch die Alkalinität. [7]
Fazit – stabile Wasserpflege durch die richtige Alkalinität
Die korrekte Einstellung der Alkalinität ist entscheidend, um ständige pH-Schwankungen zu vermeiden. Anstatt nur an Standardwerten festzuhalten, zeigt die Literatur der modernen Wasserpflege: Der ideale Wert hängt auch mit dem verwendeten Desinfektionssystem zusammen.
Während Salzpools von einer niedrigeren Alkalinität profitieren, um den natürlichen pH-Anstieg zu bremsen, benötigen Pools mit Chlortabletten einen höheren Puffer, um die Säurelast auszugleichen.
Wer seine Alkalinität also nicht nur misst, sondern auch auf die Technik abstimmt schafft ein Fundament für stabiles Wasser und reduziert den Chemieverbrauch erheblich.
Quellenangaben:
[1] Quelle: Trouble Free Pool (TFP) / Richard Falk: Pool School – Recommended Levels, Sektion: "Saltwater Generator (SWG) Pools"
[2] Quelle: Black & Veatch (Hrsg.): White’s Handbook of Chlorination and Alternative Disinfectants, 5. Auflage (2010), Wiley Verlag. Siehe Kapitel "Chemistry of Chlorination".
[3] Quelle: John A. Wojtowicz: The Effect of Chlorinating Chemicals on pH and Alkalinity, in: Journal of the Swimming Pool and Spa Industry (JSPSI), Band 4, Ausgabe 1 (2001), S. 9–16.
[4] Quelle: National Swimming Pool Foundation (NSPF/PHTA): Pool & Spa Operator Handbook, Ausgabe 2017 (oder neuer), Kapitel "Water Balance", Abschnitt: "Total Alkalinity - Low TA Problems".
[5] Quelle: John A. Wojtowicz: Water Balance for Swimming Pools, in: Journal of the Swimming Pool and Spa Industry (JSPSI), Band 1, Ausgabe 1 (1995), S. 7–18.
[6] Quelle: National Swimming Pool Foundation (NSPF/PHTA): Pool & Spa Operator Handbook, Kapitel "Water Balance Problems", Tabelle: "Effects of Low Total Alkalinity".
[7] Quelle: Karl Höll (fortgeführt von Andreas Grohmann et al.): Wasser: Nutzung im Kreislauf, Hygiene, Analyse und Bewertung. 9. Auflage. Berlin/New York: De Gruyter (2010). Siehe Kapitel "Chemische Untersuchung des Wassers", Abschnitt: Säurekapazität (Alkalinität) und Härte.

