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Chlor und pH-Wert im Pool – Wirkung, richtige Werte und Tipps
von/ durch DI Michael Bumberger am Feb 03 2026
Klares, stabiles Poolwasser ist kein Zufall. Der pH-Wert beeinflusst direkt, wie gut Chlor wirkt. Stimmt der pH-Wert nicht, kann selbst ausreichend Chlor seine Wirkung verlieren. Genau dieser Zusammenhang ist für viele Poolprobleme verantwortlich.
In diesem Artikel erfährst du, welche Chlor- und pH-Werte im Pool richtig sind und warum der pH-Wert den Chlorgehalt und seine Wirkung bestimmt. Wer diesen Zusammenhang versteht, pflegt sein Poolwasser einfacher und deutlich effektiver.
Warum sind Chlor und pH-Wert im Pool so wichtig?
Chlor sorgt im Pool für Hygiene. Es tötet Bakterien, Keime und Algen ab. Ohne Chlor wird das Wasser schnell trüb oder grün. Der pH-Wert bestimmt, wie gut Chlor und andere Pflegemittel arbeiten können.
Nur wenn Chlorwert und pH-Wert zusammenpassen, bleibt das Wasser dauerhaft sauber.
Ein falscher pH-Wert führt oft dazu, dass mehr Chlor dosiert wird als nötig. Das belastet das Wasser, die Haut und die Technik. Deshalb gehören Chlor und pH-Wert im Pool immer zusammen. Wer beide Werte im Blick hat, spart Pflegeaufwand und hält das Wasser stabil klar.
Weitere Informationen zum pH-Wert im Pool, zum Senken und Heben sowie zu den Grundlagen der pH-Wert-Einstellung findest du in unserer Kategorie „Einstellung des pH-Werts“.
Chlor und pH-Wert im Pool: die optimalen Werte
Die optimalen Werte für Chlor und pH-Wert ergeben sich eigentlich aus dem Zusammenspiel beider Werte. Nicht die gemessene Chlormenge allein ist entscheidend, sondern wie viel davon als wirksames Chlor vorliegt. Und das ist wiederum vom pH-Wert abhängig.
Ein Chlorwert von 0,5 bis 1,0 mg/L (freies Chlor) in einem pH-Bereich von 7,0 bis 7,4 gilt seit Jahren im Privatbereich als optimal. Dabei kann im normalen Badebetrieb problemlos ein Wert von etwa 0,5 mg/L freies Chlor angestrebt werden.
Bei höherer Belastung, etwa durch viele Badegäste in Kombination mit hohen Wassertemperaturen, ist es sinnvoll, den Chlorwert zeitweise bis auf etwa 0,7 – 1,0 mg/L anzuheben, um die ausreichende Desinfektionswirkung sicherzustellen. Dieser Bereich bietet ausreichend Spielraum, um kurzfristige pH-Schwankungen zuverlässig abzufangen und die Desinfektionswirkung stabil zu halten.
Grundsätzlich empfehlen wir jedoch, sich möglichst an der unteren Grenze zu orientieren, da dort ein guter Kompromiss aus Wasserhygiene, Materialschonung und Badekomfort erreicht wird. Mit digitalen Messgeräten können die Werte mittlerweile sehr genau gemessen werden.
Wirkungsgrad von Chlor in Abhängigkeit vom pH-Wert
Um das Ganze noch besser zu verdeutlichen, siehst du in der Infografik, wie Chlor und pH-Wert zusammenhängen. Wenn das Chlor ins Wasser kommt, entstehen zwei verschiedene Formen von Chlor.
Hypochlorsäure (HOCl - blau in der Grafik), welche sehr stark gegen Keime wirkt und das Hypochlorit-Ion (OCl⁻ - Grau in der Grafik), welches viel schwächer gegen Keime, Bakterien und Algen wirkt.
Laut der Grafik wäre die Wirkung von Chlor nochmal besser, wenn der pH-Wert in einem Bereich von 6,0-7,0 liegen würde. Hier treten jedoch wieder Probleme auf, welche wir oben schon erläutert haben. Der optimale pH-Wert liegt also zwischen 7,0 und 7,4 weil in diesem Bereich Chlor am effektivsten wirkt, ohne die Haut oder die Augen zu reizen.
Chlor- und pH-Wert im Pool korrekt und trotzdem grünes Poolwasser
Sind Chlor- und pH-Wert im Pool im richtigen Bereich und das Wasser ist trotzdem grün, sorgt das oft für Verwirrung. Viele Poolbesitzer vermuten zu wenig Chlor. In der Praxis liegt die Ursache jedoch häufig woanders.
Ein häufiger Grund ist ein zu hoher Cyanursäuregehalt im Poolwasser. Cyanursäure wird als Stabilisator eingesetzt, um Chlor vor schnellem Abbau durch Sonneneinstrahlung zu schützen.
Ist zu viel davon im Wasser, bindet sie einen Teil des Chlors. Das Chlor ist messbar, kann aber nicht mehr richtig wirken.
Zusätzlich verstärken hohe Temperaturen, starke Sonne und viele Badegäste das Algenwachstum. Das vorhandene Chlor reicht dann nicht aus, obwohl der Wert auf den ersten Blick korrekt erscheint.
In solchen Fällen hilft es, nicht mehr Chlor zuzugeben, sondern die Ursache gezielt zu prüfen. Ein Blick auf den Cyanursäurewert ist dabei besonders wichtig. Ausführliche Informationen dazu findest du in unserem separaten Ratgeber zur Cyanursäure im Pool.